AutoYaST ermöglicht es Ihnen, SUSE® Linux Enterprise auf einer großen Anzahl von Computern gleichzeitig zu installieren. Die AutoYaST-Technologie bietet große Flexibilität zur Anpassung von Implementierungen für heterogene Hardware. In diesem Kapitel erfahren Sie, wie eine einfache automatisierte Installation vorbereitet wird und ein komplexeres Szenario mit unterschiedlichen Hardwaretypen und Installationszwecken gehandhabt wird.
Dieses Szenario setzt voraus, dass Sie SUSE Linux Enterprise auf einer Reihe von Computern mit genau derselben Hardwarekonfiguration installieren.
Zur Vorbereitung einer AutoYaST-Masseninstallation gehen Sie wie folgt vor:
Erstellen Sie ein AutoYaST-Profil mit den erforderlichen Installationsdetails für Ihr Szenario, wie unter Abschnitt 18.1.1, „Erstellen eines AutoYaST-Profils“ beschrieben.
Bestimmen Sie die Quelle für das AutoYaST-Profil und den Parameter, der an die Installationsroutinen übergeben werden soll (sieheAbschnitt 18.1.2, „Verteilen des Profils und Festlegen der AutoYaST-Parameter“).
Bestimmen Sie die Quelle für die SUSE Linux Enterprise-Installationsdaten, wie unter Abschnitt 18.1.3, „Bereitstellung der Installationsdaten“ beschrieben.
Richten Sie das Boot-Szenario für die automatische Installation, wie unter Abschnitt 18.1.4, „Einrichten des Boot-Szenarios“ beschrieben ein.
Übergeben Sie die Kommandozeile an die Installationsroutinen, indem Sie die Parameter manuell hinzufügen oder eine info-Datei erstellen (siehe Abschnitt 18.1.5, „Erstellen der info-Datei“).
Starten Sie die automatische Installation, wie unter Abschnitt 18.1.6, „Initialisierung und Überwachung der automatischen Installation“ beschrieben.
Ein AutoYaST-Profil weist AutoYaST an, was installiert und wie das installierte System konfiguriert werden soll, um am Ende ein voll funktionsbereites System zu ergeben. Ein solches Profil kann auf verschiedene Weisen erstellt werden:
Klonen einer frischen Installation von einem Referenzcomputer auf einer Reihe von identischen Computern
Erstellung und Änderung eines Profils mithilfe der AutoYaST GUI nach Ihren Anforderungen
Verwendung eines XML-Editors zur Erstellung eines ganz neuen Profils
Gehen Sie wie folgt vor, um eine frische Referenzinstallation zu klonen:
Starten Sie eine normale Installation wie in Kapitel 3, Installation mit YaST beschrieben, und konfigurieren Sie das System Ihren Bedürfnissen entsprechend. Wählen Sie im Bildschirm (Abschnitt 3.12, „Installationseinstellungen“) die Option aus und aktivieren Sie .
Ein gebrauchsfertiges Profil wird unter /root/autoinst.xml erstellt. Es kann zur Erstellung von Klonen dieser bestimmten Installation verwendet werden.
Gehen Sie wie folgt vor, um über die AutoYaST GUI aus einer bestehenden Systemkonfiguration ein Profil zu erstellen und dieses nach Bedarf zu verändern:
Starten Sie YaST als root.
Wählen Sie › , um die AutoYaST-Bedienoberfläche zu starten.
Wählen Sie › (Referenzkontrolldatei erstellen), um AutoYaST für die Spiegelung der aktuellen Systemkonfiguration in ein AutoYaST-Profil vorzubereiten.
Zusätzlich zu den Standardressourcen (wie Bootloader, Partitionierung und Software-Auswahl) können Sie dem Profil zahlreiche andere Aspekte Ihres Systems hinzufügen, indem Sie die Elemente in der Liste aktivieren.
Klicken Sie auf , damit YaST alle Systeminformationen sammelt und in ein neues Profil schreibt.
Wählen Sie eine der folgenden Möglichkeiten, um fortzufahren:
Wenn das Profil vollständig ist und Ihren Anforderungen entspricht, wählen Sie › aus, und geben Sie einen Dateinamen für das Profil ein, beispielsweise autoinst.xml.
Ändern Sie das Referenzprofil durch Auswahl der entsprechenden Konfigurationsaspekte (wie „Hardware/Drucker“) in der Baumansicht auf der linken Seite und klicken Sie dann auf . Das entsprechende YaST-Modul wird gestartet, aber die Einstellungen werden nicht auf Ihr System angewendet, sondern in das AutoYaST-Profil geschrieben. Wählen Sie nach Abschluss dieses Vorgangs › und geben Sie einen passenden Namen für das Profil ein.
Schließen Sie das AutoYaST-Modul mit › .
Das AutoYaST-Profil kann auf verschiedene Weisen verteilt werden. Je nachdem, welches Protokoll zur Verteilung der Profildaten eingesetzt wird, werden verschiedene AutoYaST-Parameter verwendet, um den Installationsroutinen auf dem Client den Profilspeicherort bekannt zu geben. Der Speicherort des Profils wird an die Installationsroutinen durch die Boot-Eingabeaufforderung oder eine info-Datei übergeben, die beim Booten geladen wird. Mit den zur Verfügung stehenden Optionen können Sie
|
Profilspeicherort |
Parameter |
Beschreibung |
|---|---|---|
|
Datei |
|
Die Installationsroutinen suchen im angegebenen Pfad nach der Kontrolldatei (relativ zum Quell-Root-Verzeichnis – |
|
Gerät |
|
Bewirkt, dass die Installationsroutinen auf einem Speichergerät nach der Kontrolldatei suchen. Es wird nur der Gerätename benötigt – |
|
NFS |
|
Lässt die Installationsroutinen die Kontrolldatei von einem NFS-Server abrufen. |
|
HTTP |
|
Lässt die Installationsroutinen die Kontrolldatei von einem HTTP-Server abrufen. |
|
HTTPS |
|
Lässt die Installationsroutinen die Kontrolldatei von einem HTTPS-Server abrufen. |
|
TFTP |
|
Lässt die Installationsroutinen die Kontrolldatei von einem TFTP-Server abrufen. |
|
FTP |
|
Lässt die Installationsroutinen die Kontrolldatei von einem FTP-Server abrufen. |
Ersetzen Sie die Platzhalter server und pfad durch die entsprechenden Werte für Ihre Konfiguration.
AutoYaST enthält eine Funktion, die eine Bindung bestimmter Profile an die MAC-Adresse des Clients ermöglicht. Dadurch können Sie verschiedene Instanzen derselben Konfiguration mit unterschiedlichen Profilen installieren, ohne den Parameter autoyast= zu ändern.
Gehen Sie hierfür wie folgt vor:
Erstellen Sie separate Profile mit der MAC-Adresse des Clients als Dateiname, und speichern Sie diese auf dem HTTP-Server mit Ihren AutoYaST-Profilen.
Lassen Sie den exakten Pfad leer, und geben Sie bei Erstellung des Parameters autoyast= den Dateinamen an. Zum Beispiel:
autoyast=tftp://192.168.1.115/
Starten Sie die automatische Installation.
YaST versucht, den Speicherort des Profils auf folgende Weise zu ermitteln:
YaST sucht nach dem Profil unter Verwendung seiner eigenen IP-Adresse in Hexadezimalzahlen mit Großbuchstaben, z. B. 192.0.2.91 ist C000025B.
Wird diese Datei nicht gefunden, entfernt YaST eine Hexadezimalstelle und versucht es dann erneut. Diese Aktion wird achtmal wiederholt, bis die Datei mit dem korrekten Namen gefunden wird.
Wenn dies weiterhin fehlschlägt, wird versucht, eine Datei mit der MAC-Adresse des Clients als Dateinamen zu finden. Die MAC-Adresse des Beispiel-Client ist 0080C8F6484C.
Wenn die mit der MAC-Adresse benannte Datei nicht gefunden wird, sucht YaST nach einer Datei namens default (in Kleinbuchstaben). Ein Beispiel für eine Reihe von Adressen, in denen YaST nach dem AutoYaST-Profil sucht, sieht wie folgt aus:
C000025B
C000025
C00002
C0000
C000
C00
C0
C
0080C8F6484C
default
Die Installationsdaten können in Form von Produkt-CDs oder -DVDs oder über eine Netzwerkinstallationsquelle bereitgestellt werden. Wenn die Produkt-CDs als Installationsquelle verwendet werden, ist zur Installation ein physischer Zugriff auf den Client erforderlich, da der Boot-Vorgang manuell gestartet werden muss und die CDs gewechselt werden müssen.
Zur Bereitstellung der Installationsquellen über das Netzwerk müssen Sie einen Netzwerkinstallationsserver (HTTP, NFS, FTP) einrichten, wie unter Abschnitt 11.2.1, „Einrichten eines Installationsservers mithilfe von YaST“ beschrieben. Verwenden Sie eine info-Datei, um den Installationsroutinen den Standort des Servers bekannt zu geben.
Der Client kann auf verschiedene Weisen gebootet werden:
Wie bei einer normalen entfernten Installation ist es möglich, die automatische Installation mit Wake-on-LAN und PXE zu initialisieren, das Boot-Image und die Kontrolldatei über TFTP abzurufen und die Installationsquellen von einem Netzwerkinstallationsserver zu laden.
Sie können den SUSE Linux Enterprise-Originaldatenträger verwenden, um das System für die automatische Installation zu booten und die Kontrolldatei von einem Netzlaufwerk oder einem Wechseldatenträger zu laden. Alternativ dazu können Sie auch eine eigene CD-ROM mit den Installationsquellen und dem AutoYaST-Profil erstellen.
In den folgenden Abschnitten werden die Verfahren für das Booten über das Netzwerk oder von der CD-ROM kurz umrissen.
Das Netzwerk-Booting mit Wake-on-LAN, PXE und TFTP wird in Abschnitt 11.1.3, „Installation auf entfernten Systemen über VNC – PXE-Boot und Wake-on-LAN“ beschrieben. Damit die dort vorgestellte Konfiguration für die automatische Installation eingesetzt werden kann, müssen Sie die angegebene PXE-Linux-Konfigurationsdatei (/srv/tftp/pxelinux.cfg/default) so ändern, dass der Parameter autoyast auf den Speicherort des AutoYaST-Profils verweist. Ein Beispiel für eine Standardinstallation sieht wie folgt aus:
default linux
# default label linux
kernel linux
append initrd=initrd install=http://192.168.1.115/install/suse-enterprise/
Dasselbe Beispiel für die automatische Installation sieht wie folgt aus:
default linux
# default label linux
kernel linux
append initrd=initrd install=http://192.168.1.115/install/suse-enterprise/ \
autoyast=nfs://192.168.1.110/profiles/autoinst.xml
Ersetzen Sie die Beispiel-IP-Adressen und -pfade durch die Daten aus Ihrer Konfiguration.
Das Booten von CD-ROM kann bei AutoYaST-Installationen auf verschiedene Weisen eingesetzt werden. Folgende Szenarien stehen zur Auswahl:
Verwenden Sie diesen Ansatz, wenn ein vollständig netzwerkbasiertes Szenario nicht möglich ist (beispielsweise, wenn Ihre Hardware PXE nicht unterstützt) und Sie ausreichenden physischen Zugriff auf das zu installierende System haben.
Sie benötigen:
Die SUSE Linux Enterprise-Medien
Ein Netzwerkserver, der die Profildaten bereitstellt (Einzelheiten siehe Abschnitt 18.1.2, „Verteilen des Profils und Festlegen der AutoYaST-Parameter“)
Einen Wechseldatenträger mit der info-Datei, die den Installationsroutinen den Speicherort des Profils angibt
oder
Zugriff auf die Boot-Eingabeaufforderung des zu installierenden Systems zur manuellen Eingabe des Parameters autoyast=
Verwenden Sie diesen Ansatz, wenn ein vollständig netzwerkbasiertes Installationsszenario nicht möglich ist. Er erfordert den physischen Zugriff auf das zu installierende System zum Einschalten des Zielcomputers oder, wie im zweiten Fall, zur Eingabe des Speicherorts des Profils an der Boot-Eingabeaufforderung. In beiden Fällen müssen Sie je nach Umfang der Installation möglicherweise auch die Datenträger wechseln.
Sie benötigen:
Die SUSE Linux Enterprise-Medien
Einen Wechseldatenträger mit dem Profil und der info-Datei
oder
Zugriff auf die Boot-Eingabeaufforderung des Ziels zur Eingabe des Parameters autoyast=
Wenn Sie nur eine beschränkte Anzahl von Softwarepaketen installieren müssen und die Anzahl der Ziele relativ gering ist, empfiehlt es sich möglicherweise, eine eigene benutzerdefinierte CD mit den Installationsdaten und dem Profil zu erstellen. Dies empfiehlt sich vor allem, wenn in Ihrer Konfiguration kein Netzwerk verfügbar ist.
info-Datei #Die Installationsroutinen auf dem Zielcomputer müssen auf die vielen verschiedenen Komponenten des AutoYaST-Framework aufmerksam gemacht werden. Dies geschieht durch Erstellung einer Kommandozeile mit allen Parametern, die zum Auffinden der AutoYaST-Komponenten, Installationsquellen und Parameter erforderlich sind, die zur Steuerung des Installationsvorgangs benötigt werden.
Sie können dies bewerkstelligen, indem Sie diese Parameter an der Boot-Eingabeaufforderung der Installation manuell eingeben oder indem Sie eine Datei namens info bereitstellen, die von den Installationsroutinen (linuxrc) gelesen wird. Ersteres erfordert den physischen Zugriff auf jeden zu installierenden Client, was diesen Ansatz für umfangreiche Implementierungen ungeeignet macht. Letzteres ermöglicht Ihnen die Bereitstellung der info-Datei auf einem Datenträger, der vorbereitet und vor der automatischen Installation in das entsprechende Laufwerk des Client eingelegt wird. Alternativ dazu können Sie auch einen PXE-Boot durchführen und die linuxrc-Parameter in die Datei pxelinux.cfg/default einfügen (siehe Abschnitt 18.1.4.1, „Vorbereitung auf einen Netzwerk-Boot“).
Die folgenden Parameter werden häufig für linuxrc verwendet. Weitere Informationen finden Sie in der Dokumentation zu AutoYaST unter /usr/share/doc/packages/autoyast.
Verwenden Sie bei der Übergabe von Parametern an linuxrc an der Boot-Eingabeaufforderung ein Gleichheitszeichen (=), um Parameter und Wert voneinander zu trennen. Bei Verwendung einer info-Datei müssen Parameter und Wert durch einen Doppelpunkt (:) getrennt sein.
|
Schlüsselwort |
Wert |
|---|---|
|
|
Das Netzwerkgerät, das für die Netzwerkeinrichtung verwendet werden soll (für BOOTP/DHCP-Anforderungen). Nur erforderlich, wenn mehrere Netzwerkgeräte verfügbar sind. |
|
|
Beim Fehlen einer Angabe sendet der Client eine BOOTP-Anforderung. Anderenfalls wird der Client mithilfe der angegebenen Daten konfiguriert. |
|
|
Netzmaske für das ausgewählte Netzwerk. |
|
|
Standard-Gateway. |
|
|
Namenserver. |
|
|
Speicherort der Kontrolldatei, die für die automatische Installation verwendet wird, beispielsweise |
|
|
Speicherort der Installationsquelle, beispielsweise |
|
|
Der Wert |
|
|
Das Passwort für VNC. |
|
|
Der Wert |
|
|
Beim Wert |
Wenn Ihr Szenario für die automatische Installation eine Client-Konfiguration über DHCP und eine Netzwerkinstallationsquelle aufweist und Sie den Installationsvorgang mit VNC überwachen möchten, würde Ihre info-Datei wie folgt aussehen:
autoyast:profile_source install:install_source vnc:1 vncpassword:some_password
Wenn Sie eine statische Netzwerkkonfiguration bevorzugen, würde Ihre info-Datei wie folgt aussehen:
autoyast:profile_source \ install:install_source \ hostip:some_ip \ netmask:some_netmask \ gateway:some_gateway
Umgekehrte Schrägstriche (\) geben an, dass die Zeilenumbrüche nur zur Verbesserung der Lesbarkeit hinzugefügt wurden. Alle Optionen müssen als eine fortlaufende Zeichenkette eingegeben werden.
Die info-Daten können linuxrc auf verschiedene Weisen bereitgestellt werden:
Als Datei auf einem Wechseldatenträger, der bei der Installation für den Client verfügbar ist. Fügen Sie den info-Parameter ähnlich wie info=cd:/info hinzu.
Als Datei im root-Verzeichnis der Initial RAM-Disk, die zum Booten des Systems verwendet wird und entweder von einem benutzerdefinierten Installationsdatenträger oder von PXE-Boot stammt.
Als Teil des AutoYaST-Profils. In diesem Fall muss die AutoYaST-Datei info genannt werden, damit linuxrc sie analysieren kann. Ein Beispiel für diesen Ansatz sehen Sie unten.
Mithilfe einer URL, die zum Speicherort der Info-Datei weist. Die Syntax dazu sieht wie folgt aus: info=http://www.example.com/info.
linuxrc sucht im Profil nach einer Zeichenkette (start_linuxrc_conf), die den Anfang der Datei angibt. Wird diese gefunden, wird der Inhalt der Datei zwischen dieser Zeichenkette und der Zeichenkette end_linuxrc_conf analysiert. Die Optionen werden im Profil wie folgt gespeichert:
....
<install>
....
<init>
<info_file>
<![CDATA[
#
# Don't remove the following line:
# start_linuxrc_conf
#
install: nfs:server/path
vnc: 1
vncpassword: test
autoyast: file:///info
# end_linuxrc_conf
# Do not remove the above comment
#
]]>
</info_file>
</init>
......
</install>
....
linuxrc lädt das Profil mit den Boot-Parametern anstelle der herkömmlichen info-Datei. Der Parameter install: verweist auf den Speicherort der Installationsquellen. vnc und vncpassword geben die Verwendung von VNC für die Überwachung der Installation an. Der Parameter autoyast weist linuxrc an, die info-Datei als AutoYaST-Profil zu behandeln.
Nachdem Sie die gesamte oben genannte Infrastruktur bereitgestellt haben (Profil, Installationsquelle und info-Datei), können Sie die automatische Installation starten. Je nach gewähltem Szenario für das Booten und Überwachen des Vorgangs kann eine physische Interaktion mit dem Client erforderlich sein:
Wenn das Client-System von physischen Datenträgern bootet (entweder von Produktdatenträgern oder benutzerdefinierten CDs), müssen Sie diese in das entsprechende Laufwerk des Client einlegen.
Wenn der Client nicht mittels Wake-on-LAN eingeschaltet wird, müssen Sie zumindest den Client-Computer einschalten.
Wenn Sie sich nicht für eine ferngesteuerte automatische Installation entschieden haben, werden die visuellen Rückmeldungen von AutoYaST an den angeschlossenen Bildschirm bzw. an eine serielle Konsole gesendet, falls der Client über keinen Bildschirm verfügt.
Zur Aktivierung einer ferngesteuerten automatischen Installation verwenden Sie die unter beschriebenen Abschnitt 18.1.5, „Erstellen der info-Datei“ VNC- oder SSH-Parameter und stellen Sie von einem anderen Computer aus eine Verbindung zum Client her (siehe Abschnitt 11.5, „Überwachen des Installationsvorgangs“).
In den folgenden Abschnitten werden die grundlegenden Konzepte der regelbasierten automatischen Installation mit AutoYaST vorgestellt und anhand der Beispielszenarien können Sie eigene benutzerdefinierte Konfigurationen für die automatische Installation erstellen.
Die regelbasierte AutoYaST-Installation ermöglicht Ihnen den Einsatz heterogener Hardwareumgebungen:
Gibt es an Ihrem Standort Hardware verschiedener Hersteller?
Weisen die Computer an Ihrem Standort eine unterschiedliche Hardwarekonfiguration auf (beispielsweise verschiedene Geräte oder Arbeitsspeicher- und Festplattengrößen)?
Beabsichtigen Sie eine Installation über verschiedene Domänen hinweg und müssen Sie zwischen diesen unterscheiden?
Das Ziel der regelbasierten automatischen Installation besteht darin, ein benutzerdefiniertes Profil für ein heterogenes Szenario durch Zusammenführung verschiedener Profile zu erstellen. Jede Regel beschreibt hierbei ein bestimmtes Merkmal Ihrer Konfiguration (z. B. die Festplattengröße) und weist AutoYaST an, welches Profil verwendet werden soll, wenn die Regel übereinstimmt. Mehrere Regeln, die die verschiedenen Merkmale Ihrer Konfiguration beschreiben, werden in einer AutoYaST-Datei namens rules.xml zusammengefasst. Der Regelstapel wird dann verarbeitet und AutoYaST generiert das endgültige Profil durch Zusammenführung der verschiedenen Profile, die mit den AutoYaST-Regeln übereinstimmen. Eine Illustration dieses Vorgangs finden Sie unter Abschnitt 18.2.2, „Beispielszenario für die regelbasierte automatische Installation“.
Die regelbasierte AutoYaST-Installation bietet Ihnen große Flexibilität bei der Planung und Durchführung der SUSE Linux Enterprise-Implementierung. Sie haben folgende Möglichkeiten:
Regeln für die Übereinstimmung mit den vordefinierten Systemattributen in AutoYaST erstellen
Mehrere Systemattribute (wie die Festplattengröße und die Kernel-Architektur) mithilfe logischer Operatoren zu einer Regel zusammenfassen
Durch Ausführung von Shell-Skripts und die Übergabe des Ergebnisses an das AutoYaST-Framework benutzerdefinierte Regeln erstellen. Die Anzahl der benutzerdefinierten Regeln ist auf fünf beschränkt.
Weitere Informationen zur Erstellung und Verwendung von Regeln mit AutoYaST finden Sie in der Dokumentation zum Paket unter /usr/share/doc/packages/autoyast2/html/index.html im Kapitel .
Zur Vorbereitung einer regelbasierten AutoYaST-Masseninstallation gehen Sie wie folgt vor:
Erstellen Sie mehrere AutoYaST-Profile mit den erforderlichen Installationsdetails für Ihre heterogene Konfiguration, wie unter Abschnitt 18.1.1, „Erstellen eines AutoYaST-Profils“ beschrieben.
Definieren Sie Regeln für die Übereinstimmung der Systemattribute Ihrer Hardwarekonfiguration (siehe Abschnitt 18.2.2, „Beispielszenario für die regelbasierte automatische Installation“).
Bestimmen Sie die Quelle für das AutoYaST-Profil und den Parameter, der an die Installationsroutinen übergeben werden soll (sieheAbschnitt 18.1.2, „Verteilen des Profils und Festlegen der AutoYaST-Parameter“).
Bestimmen Sie die Quelle für die SUSE Linux Enterprise-Installationsdaten, wie unter Abschnitt 18.1.3, „Bereitstellung der Installationsdaten“ beschrieben.
Übergeben Sie die Kommandozeile an die Installationsroutinen, indem Sie die Parameter manuell hinzufügen oder eine info-Datei erstellen (siehe Abschnitt 18.1.5, „Erstellen der info-Datei“).
Richten Sie das Boot-Szenario für die automatische Installation, wie unter Abschnitt 18.1.4, „Einrichten des Boot-Szenarios“ beschrieben ein.
Starten Sie die automatische Installation, wie unter Abschnitt 18.1.6, „Initialisierung und Überwachung der automatischen Installation“ beschrieben.
Zur Erlangung eines Grundverständnisses der Vorgehensweise für die Erstellung von Regeln sollten Sie das folgende Beispiel beachten, das unter Abbildung 18.2, „AutoYaST-Regeln“ dargestellt ist. In einem AutoYaST-Durchlauf wird die folgende Konfiguration installiert:
Dieser Computer erfordert nur eine minimale Installation ohne Desktop-Umgebung sowie einen eingeschränkten Satz von Softwarepaketen.
Diese Computer benötigen eine Desktop-Umgebung und eine breite Palette von Entwicklungssoftware.
Diese Computer benötigen eine Desktop-Umgebung und eine eingeschränkte Palette spezialisierter Anwendungen, wie Büro- und Terminverwaltungsprogramme.
Verwenden Sie in einem ersten Schritt eine der unter Abschnitt 18.1.1, „Erstellen eines AutoYaST-Profils“ beschriebenen Methoden, um Profile für jeden Anwendungsfall zu erstellen. In diesem Beispiel würden Sie die Profile print.xml, engineering.xml und sales.xml erstellen.
Erstellen Sie in einem zweiten Schritt Regeln zur Unterscheidung zwischen den drei Hardwaretypen sowie zur Anweisung von AutoYaST, welches Profil verwendet werden soll. Verwenden Sie zur Erstellung der Regeln einen Algorithmus, der dem folgenden ähnelt:
Hat der Computer die IP-Adresse ? Dann mache ihn zum Druckserver.
Verfügt der Computer über PCMCIA-Hardware und einen Intel-Chipsatz? Dann betrachte ihn als Intel-Laptop und installiere darauf die Software-Auswahl für die Verkaufsabteilung.
Wenn keine dieser Bedingungen wahr ist, betrachte den Computer als Entwickler-Arbeitsplatzrechner und installiere ihn entsprechend.
Dies kann, grob umrissen, in eine Datei namens rules.xml mit folgendem Inhalt übersetzt werden:
<?xml version="1.0"?>
<!DOCTYPE autoinstall SYSTEM "/usr/share/autoinstall/dtd/rules.dtd">
<autoinstall xmlns="http://www.suse.com/1.0/yast2ns" xmlns:config="http://www.suse.com/1.0/configns">
<rules config:type="list">
<rule>
<hostaddress>
<match>192.168.2.253</match>
<match_type>exact</match_type>
</hostaddress>
<result>
<profile>print.xml</profile>
<continue config:type="boolean">false</continue>
</result>
</rule>
<rule>
<haspcmcia>
<match>1</match>
<match_type>exact</match_type>
</haspcmcia>
<custom1>
<script>
if grep -i intel /proc/cpuinfo > /dev/null; then
echo -n "intel"
else
echo -n "non_intel"
fi;
</script>
<match>*</match>
<match_type>exact</match_type>
</custom1>
<result>
<profile>sales.xml</profile>
<continue config:type="boolean">false</continue>
</result>
<operator>and</operator>
</rule>
<rule>
<haspcmcia>
<match>0</match>
<match_type>exact</match_type>
</haspcmcia>
<result>
<profile>engineering.xml</profile>
<continue config:type="boolean">false</continue>
</result>
</rule>
</rules>
</autoinstall>
Stellen Sie bei der Verteilung der Regeldatei sicher, dass sich das Verzeichnis rules unterhalb des Verzeichnisses profiles befindet, das in der URL autoyast=protocol:serverip/profiles/ angegeben ist. AutoYaST sucht nach einem Unterverzeichnis namens rules, das eine Datei namens rules.xml enthält, lädt dann die in der Regeldatei angegebenen Profile und führt sie zusammen.
Der Rest des Verfahrens zur automatischen Installation wird wie üblich ausgeführt.
Detaillierte Informationen zur AutoYaST-Technologie finden Sie in der Dokumentation, die zusammen mit der Software installiert wurde (/usr/share/doc/packages/autoyast2).