systemdjournalctl: Abfragen des systemd-JournalsudevMit Virtual Network Computing (VNC) können Sie einen Remote-Computer über einen grafischen Desktop steuern (anders als bei einem Remote-Shell-Zugriff). VNC ist plattformunabhängig und ermöglicht Ihnen den Zugriff auf den Remote-Rechner über ein beliebiges Betriebssystem.
SUSE Linux Enterprise Desktop unterstützt zwei verschiedene Arten von VNC-Sitzungen: einmalige Sitzungen, die so lange „aktiv“ sind, wie die VNC-Verbindung zum Client besteht, und permanente Sitzungen, die so lange „aktiv“ sind, bis sie explizit beendet werden.
Ein Rechner kann beide Sitzungen gleichzeitig auf verschiedenen Ports bieten, eine geöffnete Sitzung kann jedoch nicht von einem Typ in den anderen konvertiert werden.
Eine einmalige Sitzung wird vom Remote-Client initiiert. Sie startet einen grafischen Anmeldebildschirm auf dem Server. Auf diese Weise können Sie den Benutzer auswählen, der die Sitzung starten soll sowie, sofern vom Anmeldungsmanager unterstützt, die Desktop-Umgebung. Sobald Sie die Client-Verbindung, beispielsweise eine VNC-Sitzung, beenden, werden auch alle während der Sitzung gestarteten Anwendungen beendet. Einmalige VNC-Sitzungen können nicht freigegeben werden, Sie können jedoch mehrere Sitzungen gleichzeitig auf demselben Host ausführen.
Starten Sie › › .
Aktivieren Sie .
Aktivieren Sie bei Bedarf (wenn Ihre Netzwerkschnittstelle z. B. so konfiguriert ist, dass sie in der externen Zone liegt). Wenn Sie mehrere Netzwerkschnittstellen haben, beschränken Sie das Öffnen der Firewall-Ports über auf eine bestimmte Schnittstelle.
Bestätigen Sie die Einstellungen mit .
Falls zu dem Zeitpunkt noch nicht alle erforderlichen Pakete verfügbar sind, müssen Sie der Installation der fehlenden Pakete zustimmen.
Die Standardkonfiguration von SUSE Linux Enterprise Desktop stellt Sitzungen mit einer Auflösung von 1024 x 768 Pixeln und einer Farbtiefe von 16 Bit bereit. Die Sitzungen sind an Port 5901 für „reguläre“ VNC-Viewer (entspricht VNC-Display 1) und an Port 5801 für Webbrowser verfügbar.
Weitere Konfigurationen können an anderen Ports verfügbar gemacht werden.Wenden Sie sich an Ihren Systemverwalter.
VNC-Anzeigenummern und X-Anzeigenummern sind bei einmaligen Sitzungen unabhängig. Eine VNC-Anzeigenummer wird manuell jeder Konfiguration zugewiesen, die vom Server unterstützt wird (:1 im obigen Beispiel). Immer, wenn eine VNC-Sitzung mit einer der Konfigurationen initiiert wird, erhält sie automatisch eine freie X-Display-Nummer.
Um eine einmalige VNC-Sitzung zu initiieren, muss auf dem Client-Rechner ein VNC-Viewer installiert sein. Der Standard-Viewer für SUSE Linux-Produkte ist vncviewer und wird im Paket tigervnc (Standard) oder alternativ im Paket tightvnc bereitgestellt. Sie können eine VNC-Sitzung auch mit Ihrem Webbrowser über ein Java-Applet anzeigen.
Mit folgendem Kommando können Sie den VNC-Viewer starten und eine Sitzung mit der Standardkonfiguration des Servers initiieren:
vncviewer jupiter.example.com:1
Anstelle der VNC-Anmeldenummer können Sie auch die Portnummer mit zwei Doppelpunkten angeben:
vncviewer jupiter.example.com::5901
Alternativ können Sie einen Java-fähigen Webbrowser verwenden, um die VNC-Sitzung anzuzeigen. Geben Sie hierzu folgende URL ein: http://jupiter.example.com:5801.
Sie können diesen Abschnitt überspringen, wenn Sie die Standardkonfiguration nicht ändern müssen bzw. möchten.
Einmalige VNC-Sitzungen werden über den xinetd-Daemon gestartet. Eine Konfigurationsdatei befindet sich unter /etc/xinetd.d/vnc. Standardmäßig bietet sie sechs Konfigurationsblöcke: drei für VNC-Viewer (vnc1 bis vnc3) und drei für Java-Applets (vnchttpd1 bis vnchttpd3). Standardmäßig sind nur vnc1 und vnchttpd1 aktiv.
Um eine Konfiguration zu aktivieren, können Sie die Zeile disable = yes mit dem Zeichen # in der ersten Spalte auskommentieren oder die Zeile vollständig löschen. Wenn Sie eine Konfiguration deaktivieren möchten, dann entfernen Sie das Kommentarzeichen oder fügen Sie diese Zeile hinzu.
Der Xvnc-Server kann über die Option server_args konfiguriert werden – eine Liste der Optionen finden Sie mit Xnvc --help.
Achten Sie beim Hinzufügen benutzerdefinierter Konfigurationen darauf, keine Ports zu verwenden, die bereits von anderen Konfigurationen, anderen Services oder bestehenden permanenten VNC-Sitzungen auf demselben Host verwendet werden.
Aktivieren Sie Konfigurationsänderungen mit folgendem Kommando:
sudo rcxinetd reload
Wenn Sie die entfernte Verwaltung wie in Prozedur 5.1, „Aktivieren von einmaligen VNC-Sitzungen“ beschrieben aktivieren, werden die Ports 5801 und 5901 in der Firewall geöffnet. Wenn die Netzwerkschnittstelle, über die die VNC-Sitzung bereitgestellt wird, durch eine Firewall geschützt wird, müssen Sie die entsprechenden Ports manuell öffnen, wenn Sie zusätzliche Ports für VNC-Sitzungen aktivieren. Eine Anleitung dazu finden Sie in Chapter 15, Masquerading and Firewalls, Security Guide.
Eine permanente VNC-Sitzung wird auf dem Server initiiert. Die Sitzung und sämtliche in dieser Sitzungsausführung gestarteten Anwendungen werden ungeachtet der Client-Verbindungen so lange ausgeführt, bis die Sitzung beendet wird.
Auf eine permanente Sitzung kann gleichzeitig von mehreren Clients zugegriffen werden. Dies eignet sich ideal für Demozwecke, bei denen ein Client den vollen Zugriff und alle anderen einen reinen Anzeigezugriff haben. Weiter eignet sich dies für Schulungen, bei denen der Schulungsleiter einen Zugriff auf den Desktop des Teilnehmers benötigt. In den meisten Fällen werden Sie Ihre VNC-Sitzung jedoch nicht freigeben wollen.
Im Gegensatz zu einer einmaligen Sitzung, bei der ein Display-Manager gestartet wird, startet eine permanente Sitzung einen einsatzbereiten Desktop, der unter dem Benutzernamen ausgeführt wird, unter dem die VNC-Sitzung gestartet wurde.
Der Zugriff auf permanente Sitzungen wird durch zwei mögliche Arten von Passwörtern geschützt:
ein reguläres Passwort, das den vollen Zugriff ermöglicht, oder
ein optionales Passwort, das keinen interaktiven Zugriff ermöglicht und nur eine Anzeige liefert.
Eine Sitzung kann mehrere Client-Verbindungen beider Arten gleichzeitig haben.
Öffnen Sie eine Shell uns stellen Sie sicher, dass Sie als der Benutzer angemeldet sind, der Eigentümer der VNC-Sitzung sein soll.
Wenn die Netzwerkschnittstelle, über die die VNC-Sitzung bereitgestellt wird, durch eine Firewall geschützt wird, müssen Sie die von Ihrer Sitzung verwendeten Ports manuell in der Firewall öffnen. Wenn Sie mehrere Sitzungen starten, können ie alternativ einen Portbereich öffnen. Details zur Konfiguration der Firewall finden Sie unter Chapter 15, Masquerading and Firewalls, Security Guide.
vncserver verwendet die Port 5901 für Display :1, 5902 für Display :2 usw. Bei permanenten Sitzungen haben das VNC-Display und das X-Display normalerweise dieselbe Nummer.
Geben Sie folgendes Kommando ein, um eine Sitzung mit einer Auflösung von 1024x769 Pixel und einer Farbtiefe von 16 Bit zu starten:
vncserver -geometry 1024x768 -depth 16
Das Kommando vncserver verwendet, sofern keine Display-Nummer angegeben ist, eine freie Display-Nummer und gibt seine Auswahl aus. Weitere Optionen finden Sie mit man 1 vncserver.
Bei der erstmaligen Ausführung von vncviewer wird nach einem Passwort für den vollständigen Zugriff auf die Sitzung gefragt. Geben Sie gegebenenfalls auch ein Passwort für den reinen Anzeigezugriff auf die Sitzung ein.
Die hier angegebenen Passwörter werden auch für zukünftige Sitzungen verwendet, die durch denselben Benutzer gestartet werden. Sie können mit dem Kommando vncpasswd geändert werden.
Achten Sie darauf, dass Ihre Passwörter sicher und ausreichend lang sind (mindestens acht Zeichen). Teilen Sie diese Passwörter niemandem mit.
VNC-Verbindungen sind unverschlüsselt. Wenn jemand also die Netzwerke zwischen beiden Computern ausspioniert, kann dieser die Passwörter bei der Übertragung zu Beginn der Sitzung lesen.
Beenden Sie, um die Sitzung zu beenden, die Desktopumgebung, die innerhalb der VNC-Sitzung ausgeführt wird über den VNC-Viewer so, wie Sie eine normale lokale X-Sitzung beenden würden.
Wenn Sie eine Sitzung lieber manuell beenden, öffnen Sie eine Shell auf dem VNC-Server und vergewissern Sie sich, dass Sie als der Benutzer angemeldet ist, der der Eigentümer der zu beendenden VNC-Sitzung ist. Führen Sie das folgende Kommando aus, um die Sitzung zu beenden, die auf Display :1: vncserver -kill :1 ausgeführt wird.
Um eine Verbindung zu einer permanenten VNC-Sitzung herzustellen, muss ein VNC-Viewer installiert sein. Der Standard-Viewer für SUSE Linux-Produkte ist vncviewer und wird im Paket tigervnc (Standard) oder alternativ im Paket tightvnc bereitgestellt. Sie können eine VNC-Sitzung auch mit Ihrem Webbrowser über ein Java-Applet anzeigen.
Verwenden Sie das folgende Kommando, um den VNC-Viewer zu starten und eine Verbindung zu Display :1 auf dem VNC-Server herzustellen
vncviewer jupiter.example.com:1
Anstelle der VNC-Anmeldenummer können Sie auch die Portnummer mit zwei Doppelpunkten angeben:
vncviewer jupiter.example.com::5901
Alternativ können Sie einen Java-fähigen Webbrowser verwenden, um die VNC-Sitzung anzuzeigen. Geben Sie hierzu folgende URL ein: http://jupiter.example.com:5801.
Permanente VNC-Sitzungen können durch Bearbeiten von $HOME/.vnc/xstartup konfiguriert werden. Standardmäßig startet dieses Shell-Skript dieselbe GUI bzw. denselben Fenstermanager, aus dem es gestartet wurde. In SUSE Linux Enterprise Desktop ist dies entweder GNOME oder IceWM. Wenn Sie beim Starten Ihrer Sitzung einen bestimmten Fenstermanager verwenden möchten, legen Sie die Variable WINDOWMANAGER fest:
WINDOWMANAGER=gnome vncserver -geometry 1024x768 WINDOWMANAGER=icewm vncserver -geometry 1024x768
Permanente VNC-Sitzungen werden jeweils nur einmal pro Benutzer konfiguriert. Mehrere von demselben Benutzer gestartete Sitzungen verwenden alle dieselben Start- und Passwortdateien.